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Marmorkunde

Marmor - der Naturstein mit magischer Ausstrahlung.

Über den echten Marmor Näheres zu erfahren ist auch für Nichtsteinfans interessant und wissenswert, gilt doch dem Marmor ganz unbestritten die Krone aller Gesteine. Keinem weiteren Naturstein wird diese Wertschätzung zuteil.

Klären wir zuerst den Begriff respektive den Namen Marmor. Marmorus kommt aus der griechischen Sprache und war der Begriff für einen Felsblock. - Nun wird der Naturstein Marmor recht unterschiedlich definiert. Geologen verstehen darunter ein aus Kalkstein umgewandeltes metamorphes Gestein. - Der durch Druck- und/oder Temperaturerhöhung aus Kalk entstandene Marmor ist nun mittel- bis grobkristallin und hat ein typisch zuckerkörniges Aussehen.

Marmor ist in reinster Form weiss, doch Fremdbestandteile verfärben ihn flecken- oder aderförmig, bilden Flammen, Maserungen, Streifen, Wolken in vielfältigster Art und Weise. Diese Verunreinigungen führen natürlicherweise zum sogenannten farbigen Marmor. Eisenverbindungen färben zum Beispiel gelb, rot und braun, hingegen Graphit schwarz und grau.

Der für Bildhauerarbeiten bestens geeignete und rein weisse Statuario-Marmor ist bis 25 cm lichtdurchscheinend, was ihm eben den typischen und einmaligen Schimmer verleiht. Doch Marmor in dieser Güte ist relativ selten zu finden.

Im antiken Griechenland, wo ursprünglich der besonders weisse Marmor herkam, wurde er nach seinem Vorkommen benannt wie beispielsweise parischer (Insel Paros), naxischer (Insel Naxos) oder pentelischer (Pentelikon, Attika) Marmor.

In der Bauwirtschaft, im Handel und im Volksmund wird jeder feste und damit polierfähige Kalkstein ebenfalls als Marmor bezeichnet - Kalkstein und Marmor sind monomineralisch aus Calcit aufgebaut, allerdings stets mit dem Zusatz der Gegend, des Fundortes oder des Steinbruches versehen wie beispielsweise Lahnmarmor.

Das Unterscheiden von echten kristallinen Marmoren und marmorierten Kalksteinen ist nur den Fachleuten möglich. Darum sind hier für Laien wenigstens die grundsätzlichsten Unterscheidungsmerkmale festgehalten:

  • Der metamorphe Marmor ist grobkristallin, zuckerförmig, in Platten lichtdurchscheinend, hat keine Hohlräume und keine eingebetteten Fossilien
  • Der marmorierte Kalkstein ist feinkristallin, nicht lichtdurchscheinend, hat gelegentlich Hohlräume und eingelagerte Fossilien sind relativ häufig vorhanden

Und dann gibt es auch noch Phantasiebezeichnungen von Produkten, die allerdings petrographisch zu Marmor überhaupt keine Beziehung haben wie:

  • Castellina-Marmor, eine Bezeichnung für die Gipsvarietät Alabaster
  • Gips-Marmor, Bezeichnung für ein künstlich hergestelltes Material, das durch Farbe und gekonnte Zeichnung den Marmor nur vortäuscht
  • Stuck-Marmor ist die Definition für einen Mörtel aus Kalk, der in mehreren Schichten aufgetragen wird und in der Endbearbeitung vom Maler eine Zeichnung erhält, die den Schein von Marmor vermittelt


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